Institut für Psychologie


 
Entwickelte Tests | AVEM | IPS | BIVA | Checkliste für Existenzgründer
 
Start
PD Dr. Fink
Mitarbeiter
Projekte
Online-Forschung
  Lehre & Studium
Testbibliothek
Aktuelles
 
Sitemap
Impressum
Kontakt/Anfahrt
English

 


  BIVA – Bildbasierter Intelligenztest für das Vorschulalter



U. Schaarschmidt
G. Ricken
U. Kieschke

U. Preuß
Hogrefe-Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr: 2004
Beispielvideo ansehen
Interview mit Prof. Schaarschmidt


Vorbemerkung
BIVA knüpft an dem Verfahren BILKOG (Diagnosticum für bildlich
angeregte kognitive Leistung) an, das in den achtziger Jahren im
damaligen Psychodiagnostischen Zentrum an der Humboldt-Universität
entwickelt und 1989 veröffentlicht worden war (Berg & Schaarschmidt, 1989).
Gegenüber dem BILKOG sind die Aufgaben stark, ja z. T. völlig verändert
worden. Das Grundkonzept wurde jedoch weitgehend beibehalten.

Ziel und Anliegen
BIVA ist ein intelligenzdiagnostisches Verfahren für 3½ bis 7½jährige Kinder.
Das Verfahren erlaubt differenzierende Aussagen über alle Niveaustufen
intellektueller Leistungsfähigkeit hinweg, von der Minder- bis zur Hochbegabung.
Mit dem BIVA sollen nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Aussagen
zum Stand der kognitiven Entwicklung gewonnen werden. Unter beiden
Aspekten sind insbesondere solche diagnostischen Informationen angezielt,
die für die Vorbereitung auf die Schule und den Schuleintritt von Bedeutung sind.

Besonderheiten
BIVA weist mehrere Besonderheiten auf, die seiner diagnostischen
Leistungsfähigkeit zugute kommen sollten. Hervorzuheben sind:
die kognitionspsychologische Grundlegung (bei der Bestimmung
der abgeforderten Leistungen)
die Beschränkung auf bildliches Material
(zur Gewährleistung vergleichbarer Inhalte)
die Einbeziehung von Lernmöglichkeiten über Rückmeldungen und
abgestufte Hilfen (um das eigentliche Leistungspotential eines Kindes
besser zu erschließen)
das Ermöglichen von Verhaltensbeobachtung und darauf gegründeten
qualitativen Aussagen (um die Möglichkeiten i. S. prozessorientierter
Diagnostik zu erweitern)

Aufbau
BIVA besteht aus insgesamt 8 Untertests, die sich nach der Komplexität der
geforderten kognitiven Operationen unterscheiden. Die 4 elementareren
Untertests kommen bei den jüngeren, die 4 komplexeren Untertests bei den
älteren Kindern zur Anwendung. Zu jedem Untertest gehören 6 Aufgaben
sowie ein bis zwei Beispielaufgaben. Darüber hinaus stehen für die komplexeren
Untertests je zwei Zusatzaufgaben zur Verfügung (zur besseren Differenzierung
bei hoher Begabung).

Reliabilität und Validität
BIVA weist in allen Untertests und für alle Altersgruppen gute bis
befriedigende Reliabilitätswerte auf.
Die Validität wird durch Ergebnisse auf mehreren Ebenen belegt. Das Insgesamt
der Validierungsschritte entspricht den Anforderungen der Konstruktvalidierung.
In diesem Sinne ist zunächst die inhaltlich-logische Analyse der Aufgabeninhalte
in Übereinstimmung mit dem zugrundeliegenden Intelligenzkonzept hervorzuheben.
Mittels der empirischen Validierung (über Vergleiche von Alters- und
Leistungsgruppen sowie die Heranziehung einer Vielzahl von [konvergenten
und diskriminanten] Binnen- und Außenkriterien) lassen sich eindeutige und
erwartungskonforme Zusammenhänge ausweisen.

Durchführung und Auswertung
BIVA wird grundsätzlich in Einzeltestung durchgeführt. Dabei bearbeitet ein
Kind in der Regel 4 Untertests. Je nach Entwicklungsstand sind aber auch
Modifikationen i. S. einer Individualisierung des Vorgehens (mit mehr oder
weniger Untertests) möglich.
Beim Einsatz von 4 Untertests beträgt die mittlere Durchführungszeit für die
jüngeren Kinder 30 und für die älteren 60 Minuten. Alle Aufgaben schließen Rückmeldungen zur Lösungsgüte und die Anwendung eines abgestuften
Systems von Hilfestellungen ein. In Abhängigkeit von den gegebenen Hilfen
sind pro Aufgabe 0-3 Punkte erreichbar, damit max. 18 Punkte pro Untertest.
Bei Verwendung der Zusatzaufgaben (nach festgelegtem Kriterium) können
noch jeweils 6 Punkte mehr erzielt werden. Die Rohwerte lassen sich mittels
Tabelle in Standardwerte (PR- und T-Werte) transformieren.

Normierung
BIVA wurde an 2287 Kindern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum,
d. h. aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, normiert. Es ließen sich
keine bedeutsamen Unterschiede in Abhängigkeit von den Ländern und
Regionen sichern. Damit kann unter diesem Aspekt auf getrennte Normen
verzichtet werden. Dagegen erwies es sich als erforderlich, geschlechts- und
altersspezifische Normen zu bestimmen. Letztere liegen sehr differenziert vor
(für 14 Altersgruppen, eingeteilt nach Abständen von 3 bis 5 Monaten).

Bezugsadressen:
Papier-Bleistift-Version:
Hogrefe-Verlag GmbH & Co. KG
Rohnsweg 25
D-37085 Göttingen

Tel. +49-551-49609-0
Fax +49-551-49609-88
E-Mail: verlag@hogrefe.de
Internet: www.hogrefe.de