 |
DFG-Projekt:
Distanzregulation in Partnerschaften
Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin
Franz J. Neyer
& Birk Hagemeyer
(Universität Potsdam)
Jens B. Asendorpf & Wiebke Neberich (HU Berlin)
In Deutschland nehmen nichtkonventionelle Partnerschaftsformen
stark zu. Neben
dem gemeinsamen Zusammenleben in einem Haushalt haben
sich heterogene
Formen des getrennt Zusammenlebens ("living apart
together", LAT) entwickelt.
Während LAT im jungen Erwachsenenalter meist eine
(oft beruflich bedingte)
Vorstufe zum gemeinsamen Zusammenleben ist, etabliert
sich LAT im mittleren
Erwachsenenalter zunehmend als eigenständige Partnerschaftsform.
Hierdurch
nimmt die Individualisierung der Partnerschaftsform
weiter zu, nicht nur hinsichtlich
der räumlichen Distanz, sondern auch hinsichtlich
ihrer Überwindung durch
Kommunikation: Paare zeigen typische Formen der Distanzregulation.
Das Vorhaben soll Formen der Distanzregulation in Partnerschaften
ganz allgemein
beschreiben, Instrumente zu ihrer empirischen Erfassung
entwickeln, Bedingungen
in der Persönlichkeit und den Beziehungserfahrungen
beider Partner identifizieren
und Konsequenzen auf die Partnerschaftsqualität
untersuchen, insbesondere
hinsichtlich Sexualität und Bindung. Geleitet
wird das Vorhaben durch evolutions-
und motivationspsychologische Überlegungen, nach
denen Distanz sexuelle
Leidenschaft fördert, aber eine sichere Bindung
an den Partner behindert. Die
Methodenentwicklung soll durch Internetstudien an Paaren
erfolgen (insbesondere
Tagebuchstudien).
In der Hauptstudie sollen Paare im mittleren Erwachsenenalter
in einem
großstädtischen Ballungsraum (Berlin) und
in überwiegend katholisch
geprägten Landkreisen (Niedersachsen) zunächst
querschnittlich untersucht
werden. Mit der Wahl dieser Projektstandorte werden
regionalen Unterschieden
in der Individualisierung partnerschaftlicher Lebensformen
und damit verbundenen
unterschiedlichen Kontextbedingungen partnerschaftlicher
Distanzregulation
Rechnung getragen.
Hinweis: LAT-Paare ab 28 Jahre
aus dem Raum Vechta/Cloppenburg,
die an dieser Studie teilnehmen wollen, können sich unter der kostenlosen
Tel.-Nr. 0800 3319970 oder unter bhagem@uni-potsdam.de
anmelden.
 |